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Mensch und Mobilität – Stadt und Land

ThementalkRessource

2026-11-18 | 12:45 PM - 01:30 PM | (B) Ressource – Festival Stage

Über diese Session

Mobilität bedeutet Freiheit und gesellschaftliche Teilhabe. Doch Stadt und Land stellen unterschiedliche Anforderungen: Während in Städten der öffentliche Raum zunehmend vom Autoverkehr zurückgewonnen werden soll, ist das Auto im ländlichen Raum für viele Menschen mangels Alternativen unverzichtbar. In der Stadt konkurrieren Fahrbahnen und Stellplätze mit Flächen für Fußgänger, Radverkehr, Grün, Aufenthalt und Spiel. Die Frage lautet deshalb nicht nur, wie wir von A nach B kommen, sondern auch: Wem gehört der öffentliche Raum? Ein parkendes Auto benötigt über viele Stunden wertvolle Fläche, die auch für andere Nutzungen zur Verfügung stehen könnte. Auf dem Land braucht es dagegen vor allem mehr Flexibilität: einen intelligenten Mix aus Auto, ÖPNV, Rufbus, Fahrrad, E- Bike und Carsharing. Ziel sollte nicht „Auto oder kein Auto“, sondern die freie Wahl des passenden Verkehrsmittels sein. 

Besonders widersprüchlich sind starre Stellplatzsatzungen. Kommunen wollen Autoverkehr reduzieren, Flächen entsiegeln und alternative Mobilität fördern, schreiben gleichzeitig aber häufig eine bestimmte Zahl an Pkw-Stellplätzen bei Neubauten vor. Dadurch werden Flächen und finanzielle Mittel dauerhaft für Autos gebunden – auch dort, wo sie aufgrund guter ÖPNV-Anbindung nicht zwingend erforderlich sind. Zudem zahlen über Baukosten und Mieten auch Menschen für Stellplätze, die kein Auto besitzen. Eine zukunftsfähige Mobilitätspolitik sollte deshalb stärker den tatsächlichen Standort und Bedarf berücksichtigen. Stellplatzpflichten müssen flexibler werden, Mobilitätskonzepte stärker in den Vordergrund rücken.
Denn: Autofrei darf nicht mobilitätsfrei bedeuten. 

Nicht jeder Mensch braucht jederzeit ein Auto, aber jeder Mensch braucht jederzeit eine Möglichkeit, mobil zu sein.

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